Schwimmerventile

Know-How Schwimmerventile

Anwendung

 

Niveauregler und Schwimmerventile regeln den Flüssigkeitsstand in einem Behälter.

Niveauregler oder Schwimmerventil


Schwimmerventil NV 66eVerwenden Sie einen Niveauregler mit Kammer für den Schwimmer, wenn der Schwimmer nicht im Behälter angebracht werden kann. Er wird in die Rohrleitung eingebaut und über Ausgleichsleitungen mit dem Behälter verbunden.
Schwimmerventile sind ungekammert. Der Schwimmer liegt immer im Behälter.

Zufluss und Abfluss


Zuflußventile (Kennbuchstabe “Z”) schließen bei steigendem Schwimmer und verhindern eine Überfüllung. Abflussventile (Kennbuchstabe “A”) schließen bei sinkendem Schwimmer und sorgen dafür, dass ein Mindestniveau nicht unterschritten wird.

 

Anordnung eines Schwimmerventils


Behältereinbauventile werden mit dem Schwimmer im Behälter montiert. Behälteranbauventile werden an die Behälteraußenwandung geflanscht. Rohrleitungseinbauventile werden in das Zu/Ablaufrohr eingebaut. Der Schwimmerhebel ragt in den Behälter oder die Schwimmerkraft wird über Seilzug übertragen.

Schwimmerventile - Einbau in Behälter und Tanks Schwimmerventile - Abau an Tanks oder Behälter Schwimmerventile - Einbau in Rohrleitungen
Behältereinbauventil Behälteranbauventil Rohrleitungsventil

 

Durchflussrichtung eines Schwimmerventils


Die Durchflussrichtung bestimmt die Anordnung und Art des Schwimmerhebels:
- waagerecht, Fließrichtung zum oder aus dem Behälter (Kennbuchstabe“w”)
- senkrecht, Fließrichtung von unten nach oben (Kennbuchstabe “o”)
- senkrecht, Fließrichtung von oben nach unten (Kennbuchstabe “u”)

Auswahl von Ventiltyp und Nennweite


Zur Auswahl des Ventiltyps und zur Festlegung der Nennweite errechnen Sie zunächst mit dem größten Durchsatz und dem kleinsten Differenzdruck Δp die Betriebsleistungs-Kenngröße, den Kv-Wert. Wählen Sie ein Ventil mit einer Ventilkenngröße, dem Kvs-Wert, der mindestens 30 % größer ist als der errechnete Kv-Wert.
Druckbereich Ent- und Belüfter

 

Auswahl des Arbeitsdruckbereiches


Ihr maximaler Betriebsdruck muss innerhalb des Arbeitsdruckbereiches liegen, sonst öffnet bzw. schließt sich das Schwimmerventil nicht.

Behälterinnendruck


Prüfen Sie, ob der Behälter, in den der Schwimmer eingebaut wird, drucklos ist. Falls Innendruck herrscht, muss ein entsprechend druckfester Kugelschwimmer eingesetzt werden. Mantelschwimmer dürfen nur in drucklose Behälter eingebaut werden.

Temperatur


Ist das Ventil für Temperaturen über 80 °C oder eine andere Flüssigkeit als Wasser vorgesehen, muss die Beständigkeit der Elastomere überprüft werden. Für Kohlenwasserstoffe zum Beispiel erhalten die Ventile Elastomere aus FPM, für höhere Temperaturen aus EPDM, ggf. auch eine metallische Kegeldichtung.

Anpassung des Schwimmers


Schwimmerventile werden standardmäßig für Medien mit einer Dichte wie Wasser ausgelegt. Durch andere Schwimmergeometrie, Füllung des Schwimmers oder Änderung des Arbeitsdruckbereiches lassen sie sich werksseitig an Medien mit anderen Dichten anpassen.

Entlastung und Doppelsitz


Einsitzige nicht entlastete Schwimmerventile werden für niedrige Drücke verwendet. Sie sind gegen Verschmutzung und Ablagerungen verhältnismäßig unempfindlich.
Einsitzige entlastete Ventile sind für höhere Druckgefälle verwendbar und arbeiten mit kleineren Schwimmern.
Doppelsitzventile sind für hohe Durchsätze besonders geeignet.
Überfüllsicherung NV 36SF

 

Überfüllsicherungen


Eine Besonderheit sind die PTB-zugelassenen Überfüllsicherungen 36S und 36SF. Dies sind mechanische Sicherheitseinrichtungen für brennbare Flüssigkeiten.

Sitzdichtheit


Niveauregler und Schwimmerventile sind Regelventile, bei denen kein absolut dichter Abschluss vorgeschrieben ist (VDI/VDE-Richtlinie 2174). Für sicheren dichten Abschluss müssen Absperrarmaturen verwendet werden. Normalerweise werden unsere Ventile dichtschließend ausgeliefert. Im Betrieb führen Feststoffpartikel (Sand, Schweißperlen etc.) oft zu Beschädigungen und Sitzleckagen.
Auf erhöhte Sitzdichtheit muss bei Bestellung ausdrücklich hingewiesen werden. Durch besondere Maßnahmen wie z. B. Läppen des Sitzes, besondere Kegeldichtungen und größere Schließkraft durch Änderung der Hebelgeometrie oder Ver- größerung des Schwimmers kann die Dichtheit wesentlich verbessert werden.

Einstellbare Füllhöhe


Bei Ventilen mit Schwimmerstangen und Schwimmern mit Innenrohr kann die Füllhöhe im Behälter durch Verschieben des Schwimmers auf der Schwimmerstange eingestellt werden.

 

Schwimmerventile - ParallelführungSchwimmerstangenführung

 

Für Schwimmerstangen muss im Behälter eine Führung vorgesehen werden, damit der Schwimmer nicht pendelt. Schwimmerventile mit Parallelführung oder Sonderausführungen mit oben liegendem Schwimmer arbeiten ohne Schwimmerstangenführung.

Betrieb


Vergewissern Sie sich, dass im System keine Druckstöße oder Wasserschläge auftreten, die den Schwimmer zerstören können. Bei schäumenden Medien mit dadurch verringertem spezifischem Gewicht kann ein Schwimmerventil nicht zuverlässig funktionieren (Beruhigungsstrecken vorsehen).

Wartung


Schwimmerventile und Niveauregler müssen regelmäßig gereinigt und gewartet werden. Das gilt besonders für Ventile, die selten betätigt werden, z.B. in Sprinkleranlagen. Gründliche Reinigung ist wichtig bei Flüssigkeiten mit Bestandteilen, die sich leicht ablagern (z.B. Eisen, Kalk, Schwebestoffe usw.). Mitgeführter Schwemmsand und schmirgelnde Bestandteile können schnell zu Verschleiß führen. Fragen Sie nach Sonderausführungen.

Öl- und fett- bzw. silikonfreie Geräte


Bitte bei Nachbestellungen und Einbau von Ersatz- und Verschleißteilen unbedingt auf die Öl- und Fett- bzw. Silikonfreiheit achten.

Bei extremen Betriebsbedingungen und in allen Zweifelsfällen lassen Sie sich bitte durch unseren Techniker beraten.

Sicherheitshinweise, Bedienungsanleitungen etc. MÜSSEN beachtet werden.

 

Know How Schwimmerventile (pdf 482,18 KB)

 

Weiterführende Informationen

 
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